Wechselbereitschaft 2026: Was die XING-Studie wirklich über Ihre Mitarbeitenden verrät – und warum BGM die entscheidende Antwort ist

34 Prozent. So viele Arbeitnehmer:innen in Deutschland sind laut der aktuellen XING-Langzeitstudie (forsa, Januar 2026, n=3.418) noch bereit, ihren Arbeitgeber zu wechseln – so wenige wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auf den ersten Blick klingt das nach einer guten Nachricht für Unternehmen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Hinter dieser Zahl steckt kein Zufriedenheitsrekord. Es steckt dahinter eine stille Resignation, die für KMU langfristig deutlich teurer werden kann als jede Kündigung.

In diesem Artikel analysieren wir die zentralen Erkenntnisse der XING-Studie, beleuchten, was dahinter wirklich steckt – und zeigen, warum Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im Jahr 2026 keine optionale Zusatzleistung mehr ist, sondern ein strategisches Instrument zur Mitarbeiterbindung.

Was die XING-Studie 2026 wirklich sagt

Die forsa-Langzeitstudie im Auftrag von XING ist eine der verlässlichsten Barometer-Studien für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse 2026 sind auf den ersten Blick eindeutig:

  • Nur 34 % der Beschäftigten können sich vorstellen, den Arbeitgeber zu verlassen (2022: 39 %, 2024: 37 %)
  • 8 % planen einen konkreten Jobwechsel im laufenden Jahr
  • 26 % sind latent offen für einen Wechsel, ohne aktiv zu suchen
  • 66 % denken aktuell nicht an einen Wechsel

Die Hauptgründe, warum Arbeitnehmer:innen wechseln würden, sind ebenfalls klar: Zu niedriges Gehalt (42 %), fehlende Aufstiegschancen (38 %), Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft (37 %) und – besonders relevant – ein hohes Stresslevel (36 %). Work-Life-Balance spielt für 27 % eine entscheidende Rolle.

Was hält Mitarbeitende hingegen im Unternehmen? Langfristige Jobsicherheit (68 %), flexible Arbeitszeiten (65 %), gutes Führungsverhalten (64 %) und interessante Aufgaben (62 %). Gehalt und kollegialer Zusammenhalt folgen mit je 57 %.

Der versteckte Alarm: Weniger Wechsel ≠ mehr Zufriedenheit

Hier liegt das entscheidende Missverständnis, das viele Unternehmen teuer zu stehen kommt: Sinkende Wechselbereitschaft bedeutet nicht, dass Mitarbeitende zufriedener oder engagierter sind. Es bedeutet oft nur, dass sie sich angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und schwacher Konjunktur nicht trauen, den Schritt zu wagen.

  • Der Gallup Engagement Index 2025 liefert das ernüchternde Gegenbild zur XING-Studie:
  • Nur 10 % der Beschäftigten in Deutschland sind aktiv engagiert
  • 77 % machen Dienst nach Vorschrift – sie bleiben, aber sie brennen nicht für die Arbeit
  • 13 % haben innerlich bereits gekündigt – sie sind physisch anwesend, aber mental längst gegangen

Der volkswirtschaftliche Schaden durch dieses mangelnde Engagement? Gallup beziffert ihn auf bis zu 142 Milliarden Euro jährlich allein für Deutschland. Noch konkreter: Innerlich gekündigte Mitarbeitende haben im Schnitt 9,7 Krankheitstage pro Jahr – aktiv engagierte nur 5,6 Tage.

Das bedeutet: Die eigentliche Herausforderung fuer Unternehmen ist nicht die Frage, wie verhindere ich, dass Mitarbeitende gehen, sondern wie stelle ich sicher, dass die, die bleiben, wirklich da sind?

Stress als unterschätzter Wechselauslöser – auch für KMU

Ein Befund der XING-Studie verdient besondere Aufmerksamkeit: 36 % der Wechselwilligen nennen ein hohes Stresslevel als ausschlaggebenden Grund. Damit liegt Stress noch vor Unzufriedenheit mit der Führungskraft (37 %) und nicht weit hinter dem Top-Motiv Gehalt (42 %).

In kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die Stresskurve häufig noch steiler als in Konzernen: Mitarbeitende übernehmen breitere Aufgabenbereiche, Vertretungsregelungen sind dünner, und Gesundheitsangebote fehlen oft ganz. Dabei betrifft der Fachkräftemangel KMU überproportional: 71,7 % der Fachkräftelücke entfällt laut KOFA auf kleinere und mittlere Unternehmen – mit über 281.000 fehlenden Stellen zwischen Juli 2024 und Juni 2025.

Wer in diesem Umfeld Mitarbeitende hält, hat einen echten Wettbewerbsvorteil. Wer sie verliert, zahlt doppelt – für die Vakanz und für die Nachbesetzung.

Was ein Abgang wirklich kostet: Die unterschätzten Fluktuationskosten

Viele Unternehmen unterschätzen, wie teuer eine Kündigung wirklich ist. Das Kompetenz Center Mitarbeiterbindung beziffert den Mindestbetrag pro Fluktuationsfall auf 43.069 Euro. Studien zeigen: Die Gesamtkosten liegen je nach Position und Branche zwischen 90 und 200 % des Bruttojahresgehalts der ausgeschiedenen Person.

Diese Kosten setzen sich zusammen aus direkten Positionen wie Recruiting, Einarbeitung und Lohnfortzahlung bei Überlastung – aber auch aus versteckten Kosten wie Produktivitätsverlust durch Einarbeitungszeit (oft 6–12 Monate), Wissensabfluss, sinkende Teamleistung und der zeitlichen Belastung der verbleibenden Belegschaft.

Für ein KMU mit 50 Mitarbeitenden und einer Fluktuationsrate von 10 % bedeutet das: 5 Abgänge pro Jahr – potenziell über 200.000 Euro an Kosten, die in keiner Jahresplanung sichtbar auftauchen.

BGM als strategische Antwort: Mehr als ein Wohlfühlprogramm

An diesem Punkt verbinden sich alle Daten zu einer klaren Handlungsempfehlung: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der wirksamste Hebel, um die drei größten Wechselauslöser gleichzeitig anzugehen – Stress, Work-Life-Balance und mangelnde Wertschätzung.

Die Zahlen sprechen für sich:

  • Krankheitsbedingte Fehlzeiten sinken durch strukturiertes BGM um durchschnittlich 25 % (IGA-Report)
  • Der ROI liegt bei 1:2,73 für Fehlzeitenreduzierung und 1:3,27 für medizinische Kosten – d. h. pro investiertem Euro werden bis zu 3,27 Euro eingespart
  • Mitarbeitende aus Unternehmen mit BGM-Angeboten sind signifikant stärker an ihren Arbeitgeber gebunden (Studie TK / FOM)
  • Eine gesundheitsorientierte Mitarbeiterführung steigert die Unternehmensattraktivität um nachweisliche 19 % (Springer Nature, 2024)

BGM wirkt damit direkt auf die vier entscheidenden Bleibe-Motive aus der XING-Studie ein: Es reduziert Stress, verbessert die Work-Life-Balance, stärkt den kollegialen Zusammenhalt – und sendet das Signal, dass Führungskräfte und Unternehmen die Menschen ernst nehmen.

Besonders relevant: Laut #whatsnext-Studie 2025 (IFBG / Techniker Krankenkasse, n=1.529) setzen bereits 89,4 % der Unternehmen BGM-Maßnahmen um – aber nur 26,8 % davon ganzheitlich und strukturiert. Wer hier auf ein echtes System setzt, differenziert sich von der Masse.

Wie Roadrunner Health Management konkret ansetzt

Genau hier setzt Roadrunner Health Management an. Unser Ansatz ist kein Obstkorb, kein standardisierter Kursplan – sondern ein individuell entwickeltes Gesundheitskonzept, das auf Basis einer echten Mitarbeiterevaluation entsteht.

Was das konkret bedeutet:

  • Wir befragen Ihre Mitarbeitenden, bevor wir irgendeine Maßnahme empfehlen – Bottom-Up statt Top-Down
  • Wir entwickeln §20-zertifizierte Kurskonzepte (Rücken, Laufen, Faszien, Yoga u. v. m.), die von Ihren Krankenkassen gefördert werden können
  • Wir gestalten Workshops zu Ergonomie, Ernährung, Augengesundheit, Schlafhygiene und Stressmanagement – praxisnah, interaktiv, wirksam
  • Bewegte Pausen und Team-Challenges stärken genau das, was laut XING-Studie am stärksten bindet: kollegialen Zusammenhalt und Betriebsklima
  • Wir übernehmen die komplette Kommunikation mit den Krankenkassen und sichern Teil- oder Vollfinanzierungen

Das Ergebnis: Ein BGM-Programm, das Mitarbeitende nicht als Kostenstelle behandelt, sondern als das, was sie sind – den wichtigsten Wettbewerbsvorteil Ihres Unternehmens.

Fazit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Die sinkende Wechselbereitschaft 2026 gibt Unternehmen ein Zeitfenster – aber kein Ruhekissen. Die 66 % der Mitarbeitenden, die nicht wechseln, sind nicht automatisch engagiert oder zufrieden. Sie warten ab. Was sie letztlich bleiben lässt – oder in die innere Kündigung treibt – entscheiden Führung, Kultur und Gesundheitsangebote.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist dabei nicht das Sahnehäubchen obendrauf. Es ist der strukturelle Unterbau, der Engagement, Bindung und Leistungsfähigkeit langfristig sichert – und sich dabei mit einem ROI von bis zu 3,27 nachweisbar rechnet.

Wer jetzt in ein professionelles BGM investiert, stärkt nicht nur die Gesundheit seiner Belegschaft. Er baut einen Arbeitgeber auf, den Menschen nicht verlassen wollen – auch dann nicht, wenn der Arbeitsmarkt wieder dreht.

Bereit, den nächsten Schritt zu gehen?

Roadrunner Health Management begleitet KMU in Hessen und Rheinland-Pfalz bei der Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter BGM-Programme – von der ersten Analyse bis zur Erfolgsmessung. Unsere §20-zertifizierten Maßnahmen sind förderfähig durch Krankenkassen und steuerlich absetzbar (bis zu 600 € pro Mitarbeiter:in jährlich).

Erfahren Sie in einem unverbindlichen Erstgespräch, welches BGM-Konzept zu Ihrem Unternehmen passt.

→ Jetzt Kontakt aufnehmen: www.roadrunner-bgm.de/kontaktformular

Quellen & Studien

1. XING / forsa: Wechselbereitschaftsstudie 2026 (n=3.418, Januar 2026) – recruiting.xing.com

2. Gallup: Engagement Index Deutschland 2025 – gallup.com/de

3. IFBG / TK / Haufe: #whatsnext BGM 2025 – Produktivitätsfaktor Gesundheit (n=1.529) – ifbg.eu

4. IGA-Report Nr. 28: Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung – vdek.com

5. Kompetenz Center Mitarbeiterbindung: Fluktuationskosten 2024 – arbeits-abc.de

6. KOFA (Institut der deutschen Wirtschaft): Fachkräftemangel in KMU 2024/2025 – kofa.de

7. Springer Nature (2024): Arbeitgeberattraktivität durch betriebliche Gesundheitsförderung – link.springer.com

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